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«Ideenteil» historische Klosterscheune Murhof, St. Urban

Der künftige Umgang mit der im "Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz" (ISOS) aufgeführten, unter Denkmalgeschutz stehenden Klosterscheune soll im Rahmen des offenen Wettbewerbes "Betreutes Wohnen und Pflege am Murhof" in einem Ideenteil untersucht werden. Der Murhof ist einer der sechs ehemaligen Landwirtschaftsbetriebe des nebenan liegenden Klosters St. Urban. Die stattliche Klosterscheune in der Mitte der Anlage erzählt uns heute Geschichten aus jener Zeit. Für das kulturelle Verständnis des Ortes, ist sie mit den Obstbäumen und der Kapelle wichtig.

ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Swissair Photo AG

Verantwortung übernehmen – Baukultur erfolgreich konservieren meint Sorge tragen. Wir sind der Meinung, dass die Klosterscheune ihre Bedeutung als Kulturdenkmal am erfolgreichsten behauptet, wenn sie der Gemeinschaft in positivem Sinne dient.

 

 

Die stolze, rundum gemauerte Klosterscheune Zeiten der Baumeisterdynastie Purtschert, wird in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege auf ihr ursprüngliches Volumen zurückgebaut. Der identitätsstiftende Charakter der Scheune und die lokal typische Art der horizontalen Fenster sollen wieder in Erscheinung gebracht werden. Der Rückbau umfasst sämtliche später hinzugefügte Holzbauten von geringer Bedeutung. Der strassenseitige Anbau bleibt bestehen, da er den Strassenraum zusammen mit der grossen Linde als Scheunenvorplatz fasst.

Der Vorschlag, eine Kita in die hohen Erdgeschossräume der Scheune zu integrieren führt neben dem betreuten Wohnen mit Plege nebenan, zu einer Zusammenkunft unterschiedlicher Generationen. Sowohl am Ort, wie auch im kollektiven Verständnis des Ortes. Gleichzeitig entstehen Vorteile für Eltern mit einer Anstellung in lokalen Pflegebetrieben. Vorteile also für den Arbeitgeber. Zu Gute kommt dies der Region, den Grosseltern und Enkelkindern der Familie.

« Neue und traditionelle Werte werden aufgezeigt. Der Ort mit der grossen Scheune wird «restauratorisch» betrachtet und damit stellt sich wieder ein Bild des ursprünglichen Gehöfts am Murhof ein. Als Dominante und Hauptprotagonistin tritt die Scheune in der Hierarchie der Häuser am Ort und im übergeordneten Bezug zur Klosteranlage St. Urban wieder in den Mittelpunkt des Gutbetriebs. »

​Auschnitt aus dem Bericht des Beurteilungsgremiums;

47°13'56.0"N 7°50'46.9"E

Ort: St. Urban (LU), Schweiz

Typ: Öffentliche Infrastruktur, instandsetzung historischer Bausubstanz

Auftraggeber: Gemeinde Pfaffnau

 

Wettbewerb: Ideenteil im offenen Wettbewerb 2020, 1. Rang,

Mitarbeit: Nicola Toscano, Lorea Schönenberger, Marcel Woerz, Patrick Meng, Imogen Macpherson, Luana Stadtmann

Zeithorizont: offen

Investitionsvolumen: unbekannt

Hochparterre | August 2020 | «Historische Werte, moderne Aspekte »

Jurybericht | Juli 2020 | Bericht des Beurteilungsgremiums

 

 

 

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